Am Samstag hatte ich meinen letzten Arbeitstag und nun stehe ich kurz vor meiner Abreise nach Alice Springs. Am Mittwoch steige ich in den legendaeren Ghan, um den ersten paar tausend Kilometer zu ueberwinden.
Der Plan sieht so aus, dass ich am Donnerstag Vormittag in Alice Springs ankomme und am Freitag- morgen ins Outback aufbreche. Dann werde ich 3 Tage lang das Outback erkunden, den Ayers Rock und Kings Canyon sehen. Stilecht wird im "Swag" (Mischung aus Schlafsack und Iso-Matte) geschlafen, selbstverstaendlich unter freiem Himmel und hoffentlich mit super Aussicht auf den atemberaubenden Sternenhimmel Australiens. Nach diesen drei Tagen und einer weiteren Tagestour, geht es am 10. Mai weiter nach Adelaide. Wieder mit dem Ghan, wieder 24 Stunden in der Bahn - denn zu fliegen waere langweilig und beim Vergleich von Bus und Bahn, schneidet die Bahn, in Preis und Leistung, einfach besser ab.
Trotz der riesigen Vorfreude auf die Weitereise und auch wenn ich Darwin oft verflucht habe, ist es mir doch ans Herz gewachsen. Es ist schade, gerade jetzt wieder los zu muessen, obwohl ich jetzt gerade angefangen habe, mich mit Arbeitskollegen anzufreunden und ein wenig mehr vom richtigen Australien kennenzulernen - sprich, mit den Einheimischen Zeit zu verbringen und deren "Way of Life" zu entdecken. Das ist eine Sache, dich ich beim Backpacken sehr vermisse. Vergleiche ich meine Reisen nach Suedafrika, bei denen ich fast nur mit den "locals" Zeit verbracht habe und das Backpacken in Australien, sind beides komplett verschiedene Dinge und ersteres gefaellt mir um einiges besser. Nichtsdestotrotz geniesse ich das Backpacken in vollen Zuegen, doch sollte ich noch einmal die Chance bekommen, so ein Jahr im Ausland machen zu koennen, sei es in Neuseeland, Kanada oder noch einmal in Australien, werde ich es komplett anders angehen. Ich werde mir ein Arpartment suchen, einen Job fuer 6 Monate am Stueck und wahrscheinlich laenger bleiben, als 12 Monate, denn, meiner Meinung nach, kann ich nur so "richtig" in Australien leben und mich langsam, aber sicher, in die Kulter und Gesellschaft (wenigstens ein bisschen mehr, als jetzt) integrieren.
Es wird immer damit geworben "to get off the beaten track" oder in Robert Frosts Worten "the road less travelled by" zu nehmen und sich abgeschiedene Orte anzuschauen - Alles schoen und gut, doch ich finde, dass die wenigsten versuchen, sich wirklich in die australische Gesellschaft zu intergrieren. Auch ich habe es in den vergangenen 9 Monaten nicht wirklich gemacht bzw. nicht so sehr, wie ich es gewollt habe. Somit denke ich, dass dies die wirkliche "road less travelled" ist und nach meiner Erfahrung, welche sich offensichtlich auf meine Zeit in Suedafrika stuetzt, toller, erlebnis- und erfahrungsreicher und auch bildender ist! Natuerlich darf auch der touristische Aspekt nicht komplett vergessen werden!
Dies moechte ich allen zukuenftigen Backpackern, egal wohin die Reise gehen soll, zu bedenken geben!
Liebe Gruesse aus Darwin und ich melde mich wieder aus Alice Springs!
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