Am Montag ging es - wie gesagt - endlich das erste Mal zum arbeiten. John hat uns nach dem Putzen im Hostel abgeholt und wir konnten unsere ersten 4 Stundenlöhne verdienen.
John hat sich vor längerer Zeit eine Bananenfarm auf einem Berg bei Coffs Harbour gekauft. Dort hat er alleine, abgesehen von ein paar helfenden Händen, angefangen sein Haus zu bauen und ist dort auch schon eingezogen. Zwischenzeitlich hat er das Bananenfarmen, wegen niedrigem Bananenpreis, aufgeben und nun stehen nur noch ein paar Bananen- und Avocadopflanzen für den Eigenbedarf auf seinem Grundstück.
Wir helfen ihm nun, eine neue, kürzere Betonstraße von der nächst größeren Straße zu seinem Haus zu bauen.
Ehrlich gesagt macht es wirklich Spaß für ihn zu arbeiten. Natürlich ist der Job echt hart und abends fällt man total müde ins Bett, allerdings weiß man, dass man endlich sein eigenes Geld verdient und dass diese Sorgen endlich wegfallen.
Hinzu kommt noch, dass er extrem nett und cool drauf ist und uns eine Menge an handwerklichen Dingen zeigt. Ich weiß nun, wie man zementiert, Beton schneidet, Stahlbeton konstruiert, usw.. Nebenbei hilft er Fabian beim Englisch-Lernen und wenn er weiß, dass wir nichts zum Mittag hatten, gibt er uns Abends eine Pizza aus. Heute hat er uns nach der Arbeit auch einen Kaffee spendiert. Es macht wirklich eine Menge Spaß! Das tolle ist seine unglaubliche Hilfsbereitschaft. Als wir erwähnt hatten, dass wir seit über 4 Wochen in Australien sind und noch nicht surfen waren, bot er uns sofort an, uns das mal beizubringen. Eigentlich wollten wir das morgen machen, aber dann ist hier Vatertag. Verschoben ist aber wohl nicht aufgehoben, hoffe ich ;-)
Durch ihn bin auch das erste mal in Australien gefahren. Plötzlich fragte er, ob wir einen Führerschein haben und schon saß ich hinterm Steuer. Ich hoffe, dass ich mich mit seinem Truck (4x4-Pick-Up) nicht allzu schlecht angestellt habe. Allerdings muss man dazu sagen, dass ich vorher noch nie so steile Steigungen und unbefestigte Bergpisten hoch- und runtergefahren bin.
Ich bin ihm unglaublich dankbar, dass er das alles für uns organisiert und ich muss sagen, dass das unsere etwas negativen Erfahrungen von der Farm auf jeden Fall um einiges mehr als ausgleicht!
Den Job haben wir überrings - sofern noch nicht erwähnt - über das Hostel bekommen. Als wir gesagt haben, dass wir hier 2 Monate putzen würden, haben die ihre Kontakte spielen lassen. Für alle die, die auch ein Jahr in Australien arbeiten und reisen wollen, kann ich jetzt schon mal sagen., dass man hier über Kontakte und vor allem den persönlichen Kontakt viel mehr Job-Möglichkeiten bekommt, als wenn man sich im Internet erkundigt. Das ist zumindest meine Erfahungen und andere Backpacker bestätigen das ebenfalls. Auf die Stellenangebote im Internet bewerben sich ziemlich viele und daher ist es wohl eher schwierig, dort etwas zu finden. Soll jetzt nicht heißen, dass es da keine Chance gibt, einige Backpacker die ich kennengelernt habe, haben dort ein paar Jobs gefunden, viele aber auch nicht. Zu denen gehöre ich auch. Ich habe einige Bewerbungen geschrieben und Telefonate geführt und es hat sich nie was ergeben. Allerdings ist das jetzt lediglich meine Meining. Jeder sollte da seine eigenen Erfahrungen machen, finde ich. Wenn man offen, gesprächig und höflich ist, ergibt sich bestimmt etwas! Wie gesagt, vor allem wenn man persönlich mit den Leuten spricht.
Man erlebt hier immer irgendwas. Heute hat jemand einen Mercedes in einem Wald auf dem Berg abgestellt und angezündet, wo auch die Farm ist. Sowas bringt dann mal ein bisschen Spannung und Aufregung in den Alltag. Sonst ist es hier eigentlich eher ruhig. Jetzt, wo ich arbeite, entwickelt sich wieder ein angenehmer Alltag und man genießt die freien Tage. Heute Nachtmittag hat unsere Arbeitswoche geendet und wir sind erstmal - nachdem wir unseren Pay-Check bekommen haben - essen gegangen. Eigentlich ist es viel zu teuer, aber es war wirklich lecker und außerdem wollten wir mal ein bisschen Abwechslung von Nudeln und Toast bekommen ;-)
Morgen geht es dann Einkaufen und zum Friseur. Es wird mal wieder Zeit, dass die Haare etwas geschnitten werden. Immerhin hat hier mittlerweile der Frühling angefangen. Mal schauen, ob ich denen versuche zu erklären, wie ich es geschnitten haben möchte oder ob ich einfach sage 8 Millimeter und gut ;-D
Nächste Woche findet in Coffs Harbour die Rally Australia statt. Ein ziemlich großes und populäres Autorennen, das zum ersten Mal hier stattfindet. Dementsprechent sind hier alle ziemlich fleißig am Vobereiten und das Hostel ist schon seit ein paar Wochen ausgebucht. Als "Cleaning-Staff" konnten wir uns glücklicherweise ein bzw. zwei Betten sichern. Da werden wir wohl täglich ein bisschen länger putzen müssen, aber immerhin können wir so das verdiente Geld größtenteils sparen.
So genug erzählt, hier einmal ein paar Fotos:
Bei der Arbeit...
So, das ist einmal die Aussicht, die wir von unserem Arbeitsplatz aus genießen können. Auch deswegen wäre es toll, dort noch ein wenig länger zu arbeiten. Natürlich ist die Freundlichkeit von John hauptauschlaggebend!
Leider kann rennt die Zeit schon wieder weg und ich kann nicht noch mehr Fotos posten. Hoffentlich werden es beim nächsten Mal ein paar mehr. Bis nächste Woche!
Vielleicht haben wir ja die Chance, uns einen Teil er Rally auch anzuschauen. Das wäre schon ziemlich klasse. Allerdings ist geht die Arbeit vor!
Liebe Grüße aus Coffs ;-)
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