Endlich habe ich wieder Internet und kann euch mit neuen Infos versorgen. So, aber jetzt erstmal von Anfang an.
Letzte Woche Dienstag ging es ja auf eine WWOOFing-Farm nach Quirindi, einer kleinen Stadt mit ca. 2.600 Einwohnern.
Unsere Gastgeber waren wirklich nett. Dennoch war es nicht so angenehm, wie ich es mir vorgestellt habe. Sie hatten andere Vorstellungen von ihren WWOOFern und wir von dem, was uns dort erwartet. Wenn es dann "zwischenmenschlich" auch nicht so hinhaut, ist es natürlich nochmal ein Dämpfer. Auch wenn es teilweise nicht so einfach war, habe ich dir Zeit auf der Farm genossen und werde das dort gelernte und die gewonnenen Eindrücke sicher weiterverwenden können, egal ob es um Fähigkeiten beim Arbeiten oder meine Persönlichkeit geht. Ein paar kleine Tipps und etwas Kritik können ja auch ganz hilfreich sein.
Auf der Farm selbst habe ich wirklich eine Menge gemacht. Wir haben das Hausdach repariert, Holz für den Ofen besorgt, Bäume gefällt, usw. Es gab viel zu tun und viel neues, worauf man sich einstellen musste. Da es keinen Supermarkt um die Ecke gibt, muss man mit dem haushalten, was in der Vorratskammer ist. Außerdem ist das Farmhaus komplett solar-betrieben. Sie haben seit mehr als 25 Jahren keine Stromrechnung mehr bezahlt, das Regenwasser wird gefiltert und verwendet und das Haus ist mit Stroh isoliert und aus Bäumen, die auf ihrem Grund und Boden gewachsen sind, gebaut worden. So viel Selbstständigkeit hat mich schwer beeindruckt.
Allerdings habe ich auch nochmal erfahren, dass das Farmleben sehr rustikal ist und vor allem ist man weniger zimperlich. Es wird gemacht, was gemacht werden muss. So war es auch mit dem alten Farmhund, der versehentlich unter die Räder kam: Gewehr in den Truck, rausfahren und ein Feuer machen - mehr muss und ich möchte ich da nicht zu sagen. Weil der Farmer uns um Hilfe bat, sind wir nach kurzem Zögern auch mitgefahren. Sowas gehört nun mal dazu und auch ihm fiel es sichtlich schwer, obwohl er eigentlich mehr der kühle Typ ist.
Alles in allem war es eine tolle und erfahrungsreiche Woche auf der Farm, die auf jeden Fall in Erinnerung bleiben wird.
Hier einmal ein paar Fotos von der Farm und meiner Woche dort:
Das Farmhaus, rechts war dann noch die Werkstatt, Hühnerstall und ein paar Gästehäuser. Bis vor einem Jahr haben die dort nähmlich noch "Farm-Stay" - zu Deutsch: Ferien auf dem Bauernhof - angeboten.
Das ist die Aussicht, die man auf deren Land genießen kann. Vor allem wenn die Sonne untergeht, ist es wirklich schön.
Und natürlich: Die Kangurus! Diese hüpfen und grasen ganz entspannt ebenfalls auf den Wiesen und Weiden der Farm. Manche kommen sogar bis in den Vorgarten und man kann morgens mit ihnen mehr oder weniger gemeinsam frühstücken!
So, hier der Beweis (Der Pfeiler gehört zum
Farmhaus).
An unserem freien Tag, dem Sonntag, waren wir erst in der Stadt, während unser Gastgeber in der Kirche war, und haben dort etwas geschoppt. Auch in kleinen Städten haben ein paar Läden Sonntags geöffnet, was uns sehr entgegen kam. Anschließend ging es denn auf einen Berg, auf dem wir zwei Tage später auch Bäume gefällt haben, um neues Bauholz zu beschaffen. Die Aussicht von den Klippen aus war unglaublich. Und auch diese Gegend gehört noch zu deren Land.
Nach einer Woche sollten/wollten wir dann aber auch wieder gehen und mal schauen, ob wir irgendwo bezahlte Arbeit finden können. Ein Blick auf die Karte und ein bisschen im Reiseführer geblättert - das neue Ziel stand fest: Coffs Harbour, eine Küstenstadt mit ca. 60.000 Einwohnern. Im Sommer gut mit Touristen gefüllt und im Winter eher ruhig, wenig Touristen, mehr Einheimische und hoffentlich viele Arbeitsplätze!
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